Wir trauern um Péter Nádas, den großen Fotografen und Schriftsteller. Wir danken ihm für seine Bilder, seine Bücher, sein Licht, seine Empfindlichkeit.
„Wenn es Gott gibt, dann kannst Du ihn möglicherweise in der kleinsten Menge Licht und einem aufs Äußerste reduzierten Kompositionsprinzip finden.“ Péter Nádas
Péter Nádas, 1942 in Budapest geboren, 2026 in Gombosszeg gestorben, war Fotograf und Schriftsteller. Nach einer Fotografenlehre arbeitete er als Fotojournalist für verschiedene Zeitschriften. Mit Romanen wie Buch der Erinnerung (dt. 1991), Parallelgeschichten (dt. 2012), Schauergeschichten (dt. 2022) und seinen Memoiren Aufleuchtende Details (dt. 2017) hat er sich in die Weltliteratur eingeschrieben. Seine Fotografien wurden in zahlreichen Ausstellungen gezeigt, so u.a. 2000 und 2003 in der Galerie Mano May (Haus der Ungarischen Fotografen), Budapest, 2004 im Museum of Photography Den Haag, 2005 im Martin-Gropius-Bau Berlin, 2012 und 2018 im Kunsthaus Zug sowie 2022 im Collegium Hungaricum Wien. Für sein literarisches Werk wurde Péter Nádas u.a. mit dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur (1991), dem Kossuth-Preis (1992), dem Leipziger Buchpreis für Europäische Verständigung (1995) und dem Franz-Kafka-Literaturpreis (2003) ausgezeichnet. 2014 wurde ihm der Würth-Preis für Europäische Literatur verliehen. Seit 2006 war Péter Nádas Mitglied der Berliner Akademie der Künste; das Péter-Nádas-Archiv wird seit 2018 von der Akademie betreut. 2025 wurde er in den Orden Pour le mérite gewählt.