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Malte Sänger interessiert sich für die Spuren, die Menschen in ihrem Leben hinterlassen. In seiner Arbeit „Partition“, für die er 2015 mit dem Deutsche Börse Photography Foundation und HfG Photo Award ausgezeichnet wurde, zeigt er Fotografien von 19 Festplatten, die er zu Rohstoffpreisen gekauft hatte. Wieder hergestellt, wandelten sich die Festplatten zur Fundstätte für Privatestes, für Sorgen, Nöte, E-Mails, sexuelle Phantasien, Krankheitsbefunde, Kontodaten von Menschen — Informationen von einer immensen Qualität, die der trivial gewordenen Materialität des Datenträgers fundamental entgegen steht. 

In seiner Arbeit „Abdrücke“ rekonstruiert Malte Sänger digitale Spuren, die Menschen auf der Flucht hinterlassen haben, und macht sie in Satellitenfotos, Texten und persönlichen Bildern sichtbar, bevor diese im Laufe eines Tages auf lichtempfindlichem Papier wieder verblassen. 

Sein Buchprojekt „Shifting Baselines“, für das er mit dem Deutschen Fotobuchpreis 2018/19 in Silber ausgezeichnet wurde, versammelt 71 seiner analogen Hasselblad-Fotografien aus der ganzen Welt, deren Aufnahmeorte oft tausende Kilometer voneinander trennen und die unkommentiert gegenübergestellt werden. Befreit vom Kontext lässt die lose gebundene Gesamtstruktur dieser Aufnahmen in dieser Publikation Raum und Zeit verschmelzen.

Malte Sängers Werke befinden sich bereits in bedeutenden Sammlungen, so u.a. in der Kunstsammlung der Deutsche Börse Photography Foundation und im Klingspor Museum Offenbach. Zusätzlich zu den erwähnten Preisen ist er mit verschiedenen Stipendien und Künstlerresidenzen ausgezeichnet worden, so z.B. mit den Stipendien der Johannes-Mosbach-Stiftung und der Frankfurter Künstlerhilfe, einer Katalogförderung der Dr.-Marschner-Stiftung, dem 2. Preis des Marianne-Brandt-Wettbewerbs und der Künstlerresidenz Casa Piccola in Colloro, Italien, 2018.