Aktuell: Basquiat im Atelier. Fotografien von Roland Hagenberg

15.2.—26.5.2018 
c/o  M A R I A, Fahrgasse 10, 60311 Frankfurt am Main 

In den 1980er Jahren porträtierte der Fotograf und Autor Roland Hagenberg mit seiner Kamera die Künstlerwelt New Yorks. Dort begegnete er Andy Warhol, Keith Haring, Jenny Holzer, Jeff Koons, Francesco Clemente und vielen anderen. Niemandem aber kam er so nah wie Jean-Michel Basquiat, den er im Sommer 1983 in dessen Atelier in der Crosby Street in Soho fotografierte. Basquiat scheint in diesen Aufnahmen ganz bei sich zu sein, so als nehme er die Kamera nicht wahr -- konzentriert, nachdenklich, melancholisch, ins Malen versunken. Wenige Jahre später starb er im Alter von 28 Jahren. Roland Hagenbergs eindrückliche Porträts haben unser Bild von Basquiat, dem Künstler, wesentlich mitgeprägt. Seine Aufnahmen sind weltweit in vielen Monographien ebenso wie in Katalogen und Kunstmagazinen abgedruckt worden und waren in zahlreichen Ausstellungen zu sehen, zuletzt in der großen Basquiat-Retrospektive im Londoner Barbican, die ab Februar 2018 auch in der Frankfurter Schirn zu sehen sein wird.

Die Ausstellung „Basquiat im Atelier“ ist eine Kooperation der Galerie—Peter—Sillem mit MARIA und präsentiert zwölf der Porträts von Roland Hagenberg im Format 100 x 70 cm (70 x 100 cm), Pigmentdruck auf Hahnemühle Fine Art Barytpapier in einer Auflage von jeweils 12 Exemplaren (+ 4 AP). 

Roland Hagenberg, geb. 1955 in Österreich, ist Fotograf, Schriftsteller und Filmemacher. Nach einer Ausbildung als Pfleger in der Psychiatrie begann er zu schreiben und für zahlreiche deutsche Publikationen zu fotografieren. In den 1970er Jahren gründete er die Literaturzeitschrift „Die Klinge“. Er verließ Wien 1979 und zog nach Berlin, wo er vier Jahre blieb. Das geteilte Berlin inspirierte Roland Hagenberg dazu, das Leben und die Künstlerszene um ihn herum zu dokumentieren. Sein bevorzugtes Medium war nicht nur Fotografie, er schrieb auch Gedichte und kurze literarische Essays. In den frühen 1980er Jahren kam er nach New York, wo er einen damals 23-jährigen Künstler kennenlernte, der bereits ein Star in der Kunstwelt war — Jean-Michel Basquiat. In dessen Studio in der Crosby Street entstand eine Fotoserie von Basquiat bei der Arbeit, wohl die einzige, die den Künstler beim Malen zeigt. Darüber hinaus porträtierte Roland Hagenberg in New York Künstlerinnen und Künstler wie Jenny Holzer, Louise Bourgeois, Annie Leibovitz, Andy Warhol, Robert Mapplethorpe, Julian Schnabel und Francesco Clemente und arbeitete an Buchprojekten mit mittlerweile legendären Künstlern wie Karel Appel, Martin Kippenberger und Keith Haring.  Vor zwanzig Jahren verschlug es Roland Hagenberg dann nach Japan, wo sein Interesse an zeitgenössischer Architektur entstand und wo er inzwischen lebt. Seit 2010 arbeitet Roland mit japanischen Architekten  —  darunter die Pritzker-Preisträger Kazuyo Sejima, Ryue Nishizawa und Toyo Ito — zusammen, um in Raiding, dem Geburtsort des österreichischen Komponisten Franz Liszt, experimentelle Kleinsthäuser zu schaffen. Für sein „Storkhouse“ (entworfen von Terunobu Fujimori) wurde Roland Hagenberg 2014 mit dem Österreichischen Tourismus-Innovationspreis ausgezeichnet. Der ständige Wechsel zwischen Wort und Bild, Print- und Filmmedien steht im Mittelpunkt von Roland Hagenbergs Arbeit.
www.hagenberg.com